Job Shadowing Island
Lehrkräfte aus Deutschland zu Gast in Island – Erfolgreiches Job Shadowing in Keflavík
Im Rahmen des europäischen Erasmus+-Programms nahmen drei Lehrkräfte aus Deutschland vom 13. bis 17. April 2026 an einem internationalen Lehreraustausch in Island teil. Frau Nadine Havemann, Désirée Widlowski und Markus Kruppa hospitierten an der Stapaskóli-Schule in Keflavík und gewannen dabei wertvolle Einblicke in ein innovatives Bildungssystem.
Ziel des sogenannten „Job Shadowing“ war es, den Unterrichtsalltag in Island kennenzulernen, neue pädagogische Ansätze zu beobachten und Ideen für die eigene Unterrichtspraxis zu entwickeln. Während ihres Aufenthalts begleiteten die Lehrkräfte isländische Kolleginnen und Kollegen im Unterricht, nahmen an Konferenzen teil und tauschten sich intensiv über schulische Konzepte und Herausforderungen aus.
Im Mittelpunkt stand dabei das pädagogische Konzept der Stapaskóli, das sich deutlich von traditionellen Schulmodellen unterscheidet. Die Schule setzt auf ein offenes, flexibles Lernumfeld, in dem individuelle Förderung und selbstständiges Lernen eine zentrale Rolle spielen. Klassische Klassenräume werden durch sogenannte „Lernlandschaften“ ersetzt – große, offen gestaltete Bereiche, die unterschiedliche Arbeitsformen ermöglichen: von konzentrierten Einzelarbeiten bis hin zu kooperativen Gruppenprojekten.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Eigenverantwortung und Kreativität. Schülerinnen und Schüler planen Teile ihres Lernprozesses eigenständig und arbeiten häufig projektorientiert. Digitale Medien sind fest in den Unterricht integriert und unterstützen sowohl die Organisation als auch die inhaltliche Arbeit. Lehrkräfte verstehen sich dabei weniger als reine Wissensvermittler, sondern vielmehr als Lernbegleiter.
Auch das soziale Lernen hat einen hohen Stellenwert. Regelmäßige Reflexionsphasen, enge Betreuung und eine wertschätzende Lernatmosphäre tragen dazu bei, dass sich die Schülerinnen und Schüler individuell entfalten können. Auffällig war zudem die enge Zusammenarbeit im Kollegium sowie die klare Strukturierung des Schulalltags trotz der offenen Lernformen.
Die drei deutschen Lehrkräfte zeigten sich beeindruckt von der konsequenten Umsetzung des Konzepts. „Besonders inspirierend war die Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler sowie das Vertrauen, das ihnen entgegengebracht wird“, resümierte Markus Kruppa. Auch Nadine Havemann und Désirée Widlowski betonten die Bedeutung der gewonnenen Eindrücke für ihre eigene pädagogische Arbeit.
Der Austausch unterstreicht einmal mehr die Bedeutung internationaler Kooperationen im Bildungsbereich.
Text + Fotos: M.Kruppa